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Artikel vom 04.11.2011, von Patrick
Dschingis Khan
Er einte die Mongolen, eroberte neue Territorien und formte schließlich ein Weltreich, das vom Chinesischen Meer bis zum Kaspischen Meer mehr als 19 Millionen Quadratkilometer umfasste: Dschingis Khan ist eine der bedeutendsten historischen Figuren des Mittelalters. Geboren wurde er wahrscheinlich 1162, sein ursprünglicher Name war Temüdschin (deutsch: der Schmied). Die Klans der zentralasiatischen Steppe waren in dieser Zeit untereinander zerstritten und oft sogar verfeindet; gewalttätige Fehden waren an der Tagesordnung. Temüdschin hingegen versuchte eine Einigung der mongolischen Klans, die er teils durch Diplomatie erreichte, teils durch gezielte Ausschaltung der Gegner. 1190 wurde er so der Führer der vereinigten mongolischen Klans. In den folgenden Jahren besiegte er seinen größten Widersacher Gurkhan Dschamucha und verschiedene Steppenvölker, sein Herrschaftsgebiet vergrößerte sich. 1206 wurde er zum mongolischen Großkhan, dem "Dschingis Khan", und damit zum alleinigen Gesetzgeber. Die neue Machtfülle nutzte er für verschiedene Reformen in seinem neu entstandenen Großreich. So ließ er ein mongolisches Grundgesetz formulieren und sorgte auf diese Weise für ein einheitliches Rechtswesen. Die alten Stammesfürsten wurden entmachtet. Außerdem führte er die allgemeine Wehrpflicht ein und baute eine starke Armee auf. Diese schlagkräftige, gut organisierte Armee war die Voraussetzung für seine weiteren Feldzüge. Von 1211 an eroberte er China, Peking wurde 1215 eingenommen. Ab 1220 eroberten die Mongolen Osteuropa und drangen bis in die heutige Ukraine vor. Dschingis Khan starb 1227 während eines Feldzugs gegen die Tanguten an den Folgen eines Reitunfalls. Wo genau er bestattet wurde, ist bis heute nicht bekannt. Die historische Bewertung Dschingis Khans ist zwiespältig: Auf der einen Seite tötete er Widersacher ohne jeden Skrupel, seine Eroberungen waren brutal, bei den besiegten Völkern stand er im Ruf eines Schlächters. Andererseits zeichnete er sich aus durch diplomatisches Geschick und religiöse Toleranz, schuf innerhalb seines Reiches eine funktionierende öffentliche Ordnung, holte Künstler und Handwerker ins Reich und ließ für seine Verwaltung eine eigene mongolische Schrift entwickeln. Das Herrschaftsgebiet der Mongolen wurde unter seinen Nachfolgern noch weiter ausgedehnt und erreichte einen Grad an innerer Stabilität, wie ihn manche Gebiete seines Reiches nie wieder erreichten. Hierfür wurde der Begriff "Pax Mongolica" geprägt.
Tags:Mongole, Khan, Dschingis, China,
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